Elvis

2015 Erkelenz

Hallo da bin ich wieder. Die Nuss-Nougat Sahneschnitte von der Startseite. Dies ist meine Seite und hier kann ich schreiben was ich will. Da kann Mama nichts machen. Wo fange ich an ? Ich wurde am 05. Juni 2015 geboren. Ich wollte eigentlich viel früher zur Welt kommen, aber Mama Kalissi war da anderer Meinung. Es musste unbedingt ein heißer Tag sein. Was ’ne Hitze. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend so eine Geburt ist. Dann hast Du es endlich aus Mama rausgeschafft und Du siehst 5 komische Gestalten rumstehen. Jetzt weiß ich ja mittlerweile, dass es Menschen sind. Aber wenn man gerade das Licht der Welt entdeckt hat. Und dann waren die einem die ganze Zeit folgendes am erzählen: „Er muss jetzt gleich aufstehen und dann trinken“. Hallo. Macht Ihr das mal nach Eurer Geburt.

DSC_0364

Als ich endlich auf allen 4 Hufen stand haben sich alle gefreut. Und dann haben sich alle amüsiert, weil ich die Zitzen von Mama zwischen den Vorderbeinen gesucht habe. Aber ich habs, dank Mamas Hilfe, hinbekommen und alle waren zufrieden. Dann konnte ich erstmal ausgiebig schlafen.

Als ich am nächsten Tag zum ersten Mal aus der Box durfte stand auf einmal noch so ein kleiner Haufen Esel vor mir. Das war Peppi. Peppi ist 5 Tage älter als ich. Es war Liebe auf den ersten Blick. Nee das ist gelogen. Ich glaube so auf den 167. Jedenfalls ist Peppi jetzt meine Freundin mit der ich rennen und raufen kann. Maja & Peppi wohnen bei uns zur Miete. Aber das sollen die Beiden selber erzählen. Angeblich wohnen hier noch zwei Esel. Die Beiden heißen Draht-Esel. Gesehen habe ich sie noch nicht.

Bis jetzt war eigentlich immer alles supertoll. Bloß in letzter Zeit habe ich ganz komische Gefühle. Habe mit Willi am Zaun darüber gesprochen. Ja Willi steht auf der anderen Seite eines Zauns. Er hat manchmal seine wilden 5 Minuten. Dann flippt meine Mama aus. Und dann ist Total-Alarm. Und alles geht drunter und drüber und alle gehen in Deckung bis Mama das geregelt hat. Damit das nicht passiert steht Willi halt auf der anderen Seite des Zauns. Also bei der letzten Unterhaltung hat Willi mir gesagt: „Das nennt man Trieb“. Und das hat jeder Junge. Ob Esel oder Mensch. Ich soll das genießen. Das wird sich ändern. Er kann das persönlich bestätigen. Habe ich zwar nicht verstanden. Aber ok. Irgendwas wird ja dann mal passieren. Mittlerweile weiß ich, dass „Trieb“ gar nicht so schlecht ist.

Elvis

2016 Erkelenz

Seit Karin & Martin davon wissen haben Kalissi und ich eine 2-Raum-Wohnung. Eine Box mit 2 Zimmern. Und eins für mich alleine. Juhu !! Einziger Nachteil, dass die Tür zu meinem Zimmer zu Kalissis Zimmer führt. So kann Mama jederzeit nachgucken was ich so mache. Aber da ist auch eine Tür drin. Wenn mir das zu lästig wird mache ich die einfach zu. So was nenne ich dann „Privatsphäre“ :-).

Heute ist der 4. Februar 2016. Den Tag werde ich aus meinem Gedächnis streichen. Erst gab es die ganze Nacht nichts zu futtern. Mama und ich hatten schon gedacht man hat uns vergessen. Dann waren Karin & Martin morgens ganz schön hektisch. Keiner durfte raus und zu futtern gab es immer noch nichts. Selbst Mama war ziemlich genervt. Und dann kam auf einmal ein Mann in unsere Box, den ich vorher noch nie gesehen hatte. Tierarzt Marc Feldmann. Der hat mir mit einem komischen Teil 2 Löcher in mein Fell am Hals gemacht. Und dann auch noch irgendwas versucht in mich reinzustechen. Den ersten Versuch habe ich 1a abgeblockt. So geht das ja nicht. Aber beim zweiten hatte ich keine Chance. Trotz hochsteigen und Gang rückwärts einlegen. So ein fürchterliches Teil an meiner Nase hat mich bezwungen. Mir wurde ganz schumrig und bin kurz darauf eingeschlafen.

Als ich wach wurde saß der Herr Feldmann neben mir im Stroh und kraulte mich. Ist doch ein echt netter Typ. Das es vorhin etwas ruppig wurde lag ja auch zu 60% … na gut zu 90% an mir. Er drückte mich noch in das Stroh, damit ich nicht unkontrolliert aufstehe. Als wenn ich nicht aufstehen könnte. Bin ja kein Baby mehr. Als ich dann auf den Hufen stand war ich froh, dass Karin und die nette Tierarzthelferin da waren. Ich wäre glatt wieder auf die andere Seite gekippt. Jetzt wußte ich was der Herr Feldmann meinte. Alles drehte sich leicht und ich stand auf  Watte. Nun wurde mein Kreislauf in Schwung gebracht. Knapp 1 Stunde ging ich mit Karin im Kreis. Martin kümmerte sich die ganze Zeit um Mama, die langsam etwas nervös wurde und ihre lauten Rufe von sich gab. Kurz gesagt der erste Tag war bescheiden. Die Tage danach kam Tierärztin Frau Biller und gab mir eine Spritze. Jetzt, eine Woche später, ist alles wieder suppi und ich bin (fast) der Alte. Ach übrigens: Jetzt weiß ich was Willi am Zaun meinte.

März 2017 Erbachtal

Kinder wie die Zeit vergeht. Habe voll meine eigene Seite vernachlässigt. Was wollte ich eigentlich schreiben? Wir haben jetzt unsere eigene Bank. Die steht mitten auf der Weide rum. Das wurde auch langsam Zeit.

DSC_0402(1)

Als Esel kann man ja nicht nur rumstehen oder liegen. Man möchte sich ja auch mal gepflegt hinsetzen und über die vielen Sachen, die einen beschäftigen, nachdenken. Auf die Idee hat mich Onkel Willi gebracht. Der hatte schon in unserem alten Zuhause am Niederrhein so ein Teil in seinem Garten stehen. Da saßen immer Karin & Martin mit Willi zusammen und alles miteinander besprochen. Sowas wollte ich also auch für uns haben. Ich kann euch gar nicht sagen was für ein Geknubbel es am ersten Tag an der Bank gab. Alle wollten gleichzeitig dran. Was für ein Chaos. Ich glaube Karin & Martin fühlten sich etwas bedrängt. Nun hat sich die erste Aufregung gelegt und man kann gesittet dort sitzen und chillen. Sowohl Esel als auch Mensch. Ein neuer Ort der Begegnung. Total eselig cool.

Ach übrigens. Was für ein tolles Foto. Ich sag nur: Ich und meine Mädels (zumindestens ein Teil davon).

DSC_0414

Bis bald

Euer Elvis